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Katzenrassen und Katzenzucht: Von der ersten Ausstellung 1871 bis zum Champion-Titel

Katzenrassen und Katzenzucht: Von der ersten Ausstellung 1871 bis zum Champion-Titel

Ob majestätische Perserkatze, elegante Siam oder charmante Europäisch Kurzhaar: Rassekatzen faszinieren Katzenfreunde weltweit. Doch wie ist die moderne Katzenzucht eigentlich entstanden? Wer legte fest, was eine Katzenrasse ausmacht, und was muss eine Katze leisten, um zum Champion gekürt zu werden? In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf eine Reise durch die Geschichte der Rassekatzen, von der ersten Ausstellung im Londoner Kristallpalast bis zu den heutigen Dachverbänden.

Harrison Weir: Der Begründer der modernen Katzenzucht

Die moderne Katzenzucht verdanken wir dem Engländer Harrison Weir. Er wurde 1824 in Lewes geboren und gilt als Erstverfasser zahlreicher Katzenrassen-Standards. Weir schrieb etliche Bücher über Rassekatzen und fertigte dazu auch eigene Zeichnungen an. 1887 gründete er den National Cat Club. Sein Werk bildete die Grundlage für die aufstrebende Katzenzucht im späten 19. Jahrhundert.

1871: Die erste Rassekatzen-Ausstellung im Kristallpalast

Am 13. Juli 1871 fand im Londoner Kristallpalast die erste Rassekatzen-Ausstellung statt, organisiert von Harrison Weir. Rund 170 Aussteller präsentierten ihre Katzen, exotisch oder bodenständig, und ließen sie bewerten. Zu den Highlights zählten Siamkatzen und Perser. Mehr als 20.000 Besucher strömten zur Ausstellung. Damit war der Grundstein für die heutige Katzenausstellung gelegt.

Landrassen: Katzen, die die Natur geformt hat

Nicht jede Katzenrasse wurde vom Menschen gezielt selektiert und geformt. Daneben gibt es sogenannte Landrassen. Sie sind in lokal begrenzten Gebieten ohne systematische Züchtung entstanden. Ein Beispiel ist die Türkisch Van, die nur in bestimmten Regionen der Türkei rund um den Van-See vorkommt.

Landrassen sind immer perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Würde man andere Rassen einkreuzen, könnte das den Bestand gefährden. Deshalb ist es so wichtig, diese ursprünglichen Katzen zu schützen.

Lykoi: Eine der jüngsten anerkannten Rassekatzen

Zu den jüngsten von Dachverbänden anerkannten Rassekatzen zählt die Lykoi, auch „Werwolfkätzchen“ genannt. Ihr markantes Äußeres und ihr Fell, das an ein Opossum erinnert, verdankt sie einer natürlichen Mutation. Die Lykoi wurde 2012 bei der TICA registriert und im Mai 2017 anerkannt. Seit sie den Champion-Status erreicht hat, soll die Zucht ausgebaut werden.

FIFe, WCF und TICA: Die großen Katzenverbände

Um einheitliche Standards in der Zucht festzuhalten, hatte die Katzenliebhaberin Marguerite Ravel die Idee eines europäischen Dachverbands für Katzen und Vereine. So wurde 1950 die FIFe (Fédération Internationale Féline) gegründet. Aktuell gehören ihr 41 nationale Verbände aus 39 Ländern an.

Weitere bedeutende Dachverbände sind:

  • WCF (World Cat Federation) aus Deutschland
  • TICA (The International Cat Association) aus Amerika

Der Weg zum Champion: Eine Hürde nach der anderen

Der Weg zum Champion ist mit Hürden gepflastert. So läuft es ab:

  1. Einteilung in Klassen: Die Katzen werden nach Rasse, Farbe, Geschlecht und bisherigen Erfolgen als Show-Katze eingeteilt.
  2. Bewertung: Der Dachverband bewertet nach seinen Standards und vergibt Punkte.
  3. Das Urteil: Es lautet gut, sehr gut oder vorzüglich. Nur eine Katze mit „vorzüglich“ darf ohne Einschränkungen zur Zucht eingesetzt werden.
  4. Das CAC: Zusätzlich gibt es die Chance auf den Titel „Certificat d'Aptitude au Championnat“ (CAC). Er ist die Anwartschaft auf den Champion-Status.
  5. Der Champion-Titel: Dafür muss die Katze mindestens drei Mal ein CAC erlangen, und zwar auf mindestens drei Ausstellungen.

Fazit: Ob Rassekatze oder Hauskatze, jede Katze verdient das Beste

Von Harrison Weirs erster Ausstellung bis zur Lykoi: Die Geschichte der Katzenzucht zeigt, wie vielfältig Katzen sind. Egal, ob dein Liebling einen Stammbaum hat oder als Hauskatze bei dir eingezogen ist, eines haben alle gemeinsam: Sie brauchen hochwertiges Futter, passendes Zubehör und viel Liebe.

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Quelle: Die große Katzenbibel

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